Seminarinhalte
Seminar 1
Theorie (7 Einheiten)
- Theoretische und praktische Grundlagen von EMDR bei Kindern und Jugendlichen in ihrem jeweiligen Bezugssystem
- Neurophysiologische Grundlagen von Stress- und Traumaverarbeitung
- Stabilisierung und Ressourcen
- Kindstypische Diagnosen / Diagnostik
- Anamnese und Behandlungsplanung
- Monotrauma und t-Trauma im Kindesalter
EMDR-Praktikum (5 Einheiten)
Behandlungsplanung / Supervision (3 Einheiten)
Seminar 2
Theorie (5 Einheiten)
- Arbeit mit Klein- und Vorschulkindern
- Vielfalt der Anwendung von EMDR im Kindes- und Jugendalter
Arbeit am Symptom, mit kreativen Materialien, Arbeit mit Träumen, Geschichten erzählen, Imaginative Techniken- Vertiefung und Differenzierung des Standardprotokolls für weitere Störungen
- CIPOS-Technik bei Kindern
- Dosierte Behandlungsschritte
EMDR-Praktikum (5 Einheiten)
Supervision und Behandlungsplanung (5 Einheiten)
Seminar 3
Theorie (6 Einheiten)
- Diagnostik und Behandlung komplexer traumatischer Störungen im Kindes- und Jugendalter
- Kognitives und imaginatives Einweben
- Dissoziative Störungen
EMDR-Praktikum (5 Einheiten)
Supervision und Behandlungsplanung (4 Einheiten)
Zusatzseminar Stabilisierung und Prozessarbeit bei Komplextrauma
Berlin, 3. 3. 2013
Komplex traumatisierte Kinder und Jugendliche sind in der Regel Kinder mit frühen, anhaltenden und massiven Bindungstraumatisierungen. Die erlebte körperliche und/oder emotionale Vernachlässigung, Erfahrungen von Gewalt in Form von Misshandlung oder Missbrauch zeigen Auswirkungen auf allen Ebenen des heranreifenden Gehirns und bringen Einschränkungen auf allen Ebenen der kindlichen Persönlichkeit mit sich.
In der therapeutischen Arbeit mit komplex traumatisierten Kindern und Jugendlichen ist es deshalb besonders wichtig, umfassend und sorgfältig an der Stabilisierung zu arbeiten, dies in einer 1. Phase vor dem Durchprozessieren traumatischer Erfahrungen als auch später in Phase 2 begleitend zum Traumaprozessieren mit EMDR.
In diesem Zusatzseminar liegt der Schwerpunkt auf hilfreichen bzw. notwendigen stabilisierenden Maßnahmen in der Therapie von Kindern und Jugendlichen bei komplexer und früher Traumatisierung.
Wesentlicher Baustein ist dabei einmal der Einsatz von körperpsychotherapeutischen Interventionen zur Erregungs- und allgemeinen Affektregulation . Körperpsychotherapeutische Übungen werden im Rahmen des Seminars vorgestellt und teilweise eingeübt..
Ein weiterer Focus liegt auf der Bindungsarbeit zwischen Kind und heutigen Bezugspersonen:
neben der äußeren Sicherheit ist es vordringlich, den „traumatisierten jüngeren Kinderstates“ dabei zu helfen, sich im Hier und Heute sicher, angenommen und geborgen zu fühlen .
Durch neue Bindungserfahrungen , die zum einen das emotionale Alter ansprechen, in dem das Kind seine frühen Defizite und Traumatisierungen erfahren hat, die aber auch das reale Alter des Kindes miteinbeziehen, soll emotionale Nachreifung ermöglicht werden.
Das Seminar beinhaltet Behandlungsplanung , Videos aus meiner Arbeit , zum anderen praktisches Einüben . Hinsichtlich der Körperarbeit wären legere Kleidung, dicke Socken und eine Decke von Vorteil.
Referentin: Anne Schmitter-Boeckelmann
Dipl.-Päd., Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin,
Ausbildung in Körperpsychotherapie , Tiefenpsychologisch fundierter Kinder- und
Jugendlichenpsychotherapie, analytischer Säugling-Kleinkind-Elterntherapie, Psychotraumatologie (DeGPT)
und EMDR, in Fortbildung zur EMDR-Supervisorin (EMDRIA)
Dozentin beim „Sächsischen Institut für methodenübergreifende Kinder- und
Jugendlichenpsychotherapie“
Niedergelassen in Ludwigsfelde.